
Eigentlich beschäftigt sich das Teams Meerbusch.Robotics ja eher mit selbst konstruierten Robotermodellen. Doch am vergangenen Freitag, dem 4. Juli 2025, hatten einige Vertreter Gelegenheit, professionelle Produktionsroboter zu bestaunen. Denn aufgrund ihres erfolgreichen Abschneidens beim Regionalwettbewerb der World Robot Olympiad (WRO) in Overath hatten die WRO-Veranstalter sie zu einer Besichtigung der Ford-Werke in Köln eingeladen.
Neben den Teilnehmenden aus Meerbusch hatten sich verschiedene Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen angemeldet. Zunächst ging es im elektrischen Bummelzug über das Werksgelände und durch die verschiedenen Produktionshallen. Besonders spannend — gerade für Robotik-Interessierte — war die erste Halle, in der Karosserie und Unterbau sämtlicher Ford-Modelle produziert werden.
Die dazu erforderlichen Produktionsprozesse führen Roboter bereits zu über 98% aus. Gründe dafür sind etwa Funktionsweise und Präzision der eingesetzten Maschinen: Deren Genauigkeit liegt im Bereich von Mikrometern (µm), was dem Millionstel eines Meters bzw. dem Tausendstel eines Millimeters entspricht.
Um so genau arbeiten zu können, fahren die Maschinen nach jedem Produktionsschritt in Windeseile zurück an eine Basisstation, um sich neu zu kalibrieren und auszurichten. Zudem muss im Algorithmus etwa die Erwärmung der Maschinen berücksichtigt werden, um z. B. Schweißnähte korrekt setzen zu können.
Die Roboter kommen selbst dann klar, wenn keine eindeutigen Standards und Vorgaben existieren, etwa bei der Anlieferung von Teilen, die sich nicht sauber ablegen lassen. Dann werden die Inhalte von Materialkörben gescannt, um die Lage der Einzelteile zu berechnen, dann passgenau zuzugreifen und die Einzelteile anschließend im Produktionsprozess genau einbauen zu können.
In anderen Bereichen arbeiten Roboter und Mensch dagegen “Hand in Hand” oder gar unabhängig voneinander: So werden die Verlegung von Kabeln innerhalb der Karosserie, der Einsatz von Front und Heckleuchten sowie der Einbau von Lenkrad, Bordcomputer etc. vollständig manuell von Menschenhand vorgenommen. Auch in der Qualitätskontrolle leisten Menschen mit etwa 60% den überwiegenden Teil der Arbeiten.
Insgesamt war es ein sehr spannender Nachmittag, der viele neue Eindrücke vom Robotereinsatz im Rahmen der Automobilfertigung vermittelte.
Herzlichen Dank an Familie Borghoff aus Meerbusch für den interessanten Bericht und die Eindrücke!